Very british: Mit National Express ist erstmals ein britisches Eisenbahnverkehrsunternehmen auf dem SPNV-Markt in Deutschland erfolgreich.

Fahrplanwechsel mit britischer Note: National Express übernimmt die Linien RE 7 und RE 48

Ein roter Teppich beim Einsteigen, ein zuvorkommender Butler mit kalten Getränken, begleitet von einer britischen Servicedame, die Häppchen mit dem „Union Jack“ servierte: „Very british“ war die Betriebsfahrt zwischen Köln und Rheine, zu der die National Express Rail GmbH Journalisten und Vertreter der Nahverkehrsbranche geladen hatte.

Der Anlass: Seit dem Fahrplanwechsel am 13. Dezember 2016 betreibt das britische Eisenbahnverkehrsunternehmen die Linien RE 7 (Rheine - Münster - Hamm - Wuppertal - Solingen - Köln - Krefeld) sowie RB 48 (Wuppertal-Oberbarmen - Solingen - Köln - Bonn-Mehlem). Damit geht erstmals ein Tochterunternehmen des britischen Personenverkehrsdienstleisters im deutschen Regionalverkehr an den Start. "Für uns als Unternehmen ist das ein ganz wichtiger Schritt", betont Wolfgang Schuster, Geschäftsführer von National Express.

Das britische Verkehrsunternehmen hatte sich 2012 um den Betrieb der beiden Linien beworben, 2013 erhielt es den Zuschlag. "Mit dem qualitativ und wirtschaftlich überzeugendsten Angebot hat sich National Express gegen mehrere namhafte Wettbewerber durchgesetzt", sagt Heiko Sedlaczek, Geschäftsführer des Zweckverbands Nahverkehr Rheinland, der erstmals gemeinsam mit dem Zweckverband Nahverkehr Westfalen-Lippe und dem Verkehrsverbund Rhein-Ruhr dieses europaweite Wettbewerbsverfahren durchgeführt hatte. "Die Ausschreibung zeigt einmal mehr, dass der Wettbewerb zwischen mehreren Verkehrsunternehmen der effizienteste Weg ist, um das Angebot für die Fahrgäste zu verbessern."

Mehr Leistung und neue Fahrzeuge

Auch wenn der britische Butler und die Servicedame künftig nicht mit an Bord sein werden, erwartet die Fahrgäste ein Plus an Leistungen: So verkehren auf der Linie RE 7 im Streckenabschnitt Rheine - Münster von Montag bis Freitag die Züge jetzt einmal in der Stunde und auf der RB 48 gibt es in der Hauptverkehrszeit zwischen Köln und Bonn eine zusätzliche Fahrt pro Stunde. Da die drei- und fünfteiligen Elektrotriebzüge des Typs 2 von Bombardier aus der Fabrik direkt auf die Schiene gesetzt werden, bieten die Fahrzeuge laut National Express "Reisekomfort auf dem neuesten Stand".

Voll klimatisiert verfügen die Züge über 160 Sitzplätze in der dreiteiligen und über 245 in der fünfteiligen Variante. Ein modernes Fahrgastinformationssystem mit Monitoren sorgt zudem für aktuelle Informationen während der Fahrt. Steckdosen für Laptops oder Smartphones sind in den Vierer-Sitzgruppen ebenfalls zu finden. Ein stufenfreier Einstieg, ein behindertengerechtes WC sowie ein Mehrzweckbereich mit ausreichend Platz für Fahrräder, Kinderwagen und Rollstühle gehören heute zum Standard und sind daher auch auf den Linien RE 7 und RB 48 zu finden. "Die Züge erreichen eine Höchstgeschwindigkeit von 160 Stundenkilometern. Damit wollen wir eine höhere Pünktlichkeit erreichen", sagt Martin Husmann, Vorstandssprecher des Verkehrsverbunds Rhein-Ruhr.

Aus Wettbewerbern werden Partner

Mit der Vergabe der Linien RE 7 und RB 48 an National Express ist nicht nur erstmals ein britisches Verkehrsunternehmen in NRW unterwegs, sondern es wird gleichzeitig auch ein Betreiberwechsel vollzogen. Zuvor war DB Regio NRW für den Betrieb beider Linien zuständig und wird nun die Instandhaltung sowie Wartung der 35 Fahrzeuge übernehmen. Eine Kooperation wie diese hat es zwischen Wettbewerbern im Regionalverkehr bisher nicht gegeben. "In Ausschreibungsverfahren stehen wir im Wettbewerb, auf der Schiene sind wir Partner", sagt Dirk Schnurbus, Leiter des Verkehrsbetriebs Express-Netz von DB Regio NRW. "Wir freuen uns, dass wir unser Know-how einbringen und unseren hochqualifizierten Mitarbeitern einen sicheren Arbeitsplatz bieten können." Und Wolfgang Schuster ergänzt: "Die Zusammenarbeit mit DB Regio NRW ist von unserer Seite offensiv angegangen worden, weil wir für beide Seiten einen Vorteil erkennen."

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Heiko Sedlaczek, Geschäftsführer Nahverkehr Rheinland

 

 

Martin Husmann, Vorstandssprecher des Verkehrsverbunds Rhein-Ruhr

 

 

Burkhard Bastisch, Geschäftsführer Nahverkehr Westfalen-Lippe

Dirk Schnurbus, Leiter des Verkehrsbetriebs Express-Netz von DB Regio NRW

Wolfgang Schuster, Geschäftsführer von National Express

Tobias Richter, Geschäftsführer National Express

Bildergalerie

Zum Fahrplanwechsel am 13. Dezember 2015 hat National Express den Betrieb der Linien RE 7 und RB 48 übernommen. Im Vorfeld lud das britische Verkehrsunternehmen zur Premierenfahrt von Köln nach Rheine:

  • Zum Fahrplanwechsel am 13. Dezember 2015 hat National Express den Betrieb des Rhein-Münsterland-Expresses (RE 7) und der Rhein-Wupper-Bahn (RE 48) übernommen.
  • Zum Fahrplanwechsel am 13. Dezember 2015 hat National Express den Betrieb des Rhein-Münsterland-Expresses (RE 7) und der Rhein-Wupper-Bahn (RE 48) übernommen.
  • Heiko Sedlaczek, Geschäftsführer Nahverkehr Rheinland, im Interview mit dem WDR.
  • Bei der Betriebsfahrt eines britischen Eisenbahnverkehrsunternehmens darf die britische Generalkonsulin Susan Barbara Speller nicht fehlen.
  • Very british: Mit National Express ist erstmals ein britisches Eisenbahnverkehrsunternehmen auf dem SPNV-Markt in Deutschland erfolgreich.
  • Dirk Schnurbus, Leiter des Verkehrsbetriebs Express-Netz von DB Regio NRW, sowie Silke Vandersee, Leiterin Betrieb bei DB Regio NRW, nahmen an der Premierenfahrt teil.
  • Very british: Mit National Express ist erstmals ein britisches Eisenbahnverkehrsunternehmen auf dem SPNV-Markt in Deutschland erfolgreich.
  • Sorgte für gute Stimmung und guten Service: eine Kellnerin im britischen Look.
  • Generalkonsulin Susan Barbara Speller taufte vor der Premierenfahrt den fabrikneuen Zug.
  • V.l.n.r.: Dr. Norbert Reinkober (Geschäftsführer NVR), Wolfgang Schuster (Geschäftsführer National Express), Generalkonsulin Susan Barbara Speller und Heiko Sedlaczek (Geschäftsführer NVR).
  • V.l.n.r.: Heiko Sedlaczek, Dr. Norbert Reinkober (beide Geschäftsführer NVR), Wolfgang Schuster und Tobias Richter (beide Geschäftsführer National Express).
  • Der rote Teppich vor dem ersten Einstieg gehörte zum Rahmenprogramm...
  • ...der britische Butler übrigens auch.
  • Die neuen Elektrotriebzüge des Typs 2 von Bombardier von innen.
  • V.l.n.r.: Dr. Ulrich Conradi (Verbandsvorsteher NWL), Heiko Sedlaczek (Geschäftsführer NVR), Generalkonsulin Susan Barbara Speller, Wolfgang Schuster (Geschäftsführer National Express), Burkhard Bastisch (Geschäftsführer NWL), Tobias Richter (Gesch
  • Die Linie RE 7 führt von Krefeld über Köln, Wuppertal, Hamm und Münster nach Rheine.
  • Wolfgang Schuster, Geschäftsführer National Express, und Dr. Ulrich Conradi, Verbandsvorsteher NWL, stellten in Hamm die neuen Züge vor.
  • Zwischenstopp in Hamm bei der Premierenfahrt von Köln nach Rheine.