Ballungszentrum Köln, Nahverkehrsbranche neue Mobilitätsangebote, Verkehrsverbund Rhein-Sieg (VRS), DB Regio NRW

Gut gerüstet für die Zukunft

Raus aus dem Stau, rauf auf die Schiene: Nicht unnötig Zeit in langen Autoschlangen verbringen, das möchten immer mehr Menschen und sind daher mit öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs. Damit der Nahverkehr auch künftig attraktiv bleibt, will die Nahverkehrsbranche neue Mobilitätsangebote schaffen und enger kooperieren.

Nordrhein-Westfalen ist das Bahnland Nummer 1: Zwischen Minden und Aachen waren 2014 rund 331 Millionen Menschen allein mit den "roten Zügen" von DB Regio NRW unterwegs - das sind fünf Millionen mehr als noch im Vorjahr. Die steigenden Fahrgastzahlen bei der DB-Tochter sind ein Trend, der sich auch im südwestlichen Rheinland mit dem Ballungszentrum Köln abzeichnet: Der Verkehrsverbund Rhein-Sieg (VRS) zählte 2014 in Bussen und Bahnen rund 533 Millionen Fahrgäste, im Vergleich zu 2013 ein Plus von zwei Millionen. Den größten Zuwachs kann jedoch die S-Bahn Köln verzeichnen. Insgesamt nutzten mehr als 54 Millionen Menschen das S-Bahn-Angebot. Allein auf den Linien S 11, S 12 und S 13 waren 2014 so viele Menschen unterwegs wie nie zuvor.

Wirtschaftlich gesehen ist das eine positive Entwicklung, denn mehr Fahrgäste bedeuten auch mehr Einnahmen für die Verkehrsunternehmen und -verbünde. Die Kehrseite der Medaille ist jedoch, dass die Kapazitätsgrenzen des S-Bahnnetzes Köln längst erreicht sind: Vor allem im Berufsverkehr sind die Züge meist sehr voll. DB Regio NRW hat unter anderem mit engeren Taktungen, zusätzlichen Halten sowie mehr Sitzplätzen bereits zum Fahrplanwechsel im Dezember 2014 dieser Entwicklung gegengesteuert und das Angebot der Kölner S-Bahn deutlich erweitert. Für weitere Entlastung soll zudem ein zwölfmonatiges Pilotprojekt des Verkehrsverbunds Rhein-Sieg sorgen: Ab Januar 2016 werden die 1. Klasse-Abteile der Linien S 12, S 13 und S 19 für alle Fahrgäste freigegeben.

900.000 KVB-Nutzer Täglich

Im Stadtgebiet von Köln fahren immer mehr Menschen mit öffentlichen Verkehrsmitteln. Im Schnitt zählt die Kölner Verkehrs-Betriebe AG rund 900.000 Fahrgäste täglich. "Und da Köln in den nächsten Jahren weiter wachsen wird, gewinnt auch der ÖPNV stark an Bedeutung", sagt Jürgen Fenske, Vorstandsvorsitzender der KVB. "Ohne ein attraktives und leistungsfähiges Angebot werden die Verkehrsprobleme in der Millionenstadt Köln ebenso wenig wie in allen anderen Städten zu lösen sein." Die Stadt Köln und die KVB haben sich ein ehrgeiziges Ziel gesetzt: Zwei Drittel der Kölner sollen bis 2025 umweltfreundlich mit Bus, Bahn, zu Fuß oder per Rad unterwegs sein. "Daher unterbreiten wir den Bürgern ein attraktives Angebot mit dichten Taktfrequenzen, pünktlichen und zuverlässigen Linien sowie einem Streckennetz, das weiter ausgebaut werden soll", so Fenske weiter. Neben der Nutzung umweltfreundlicher Verkehrsmittel wird es in Zukunft verstärkt darum gehen, diese intelligent miteinander zu verknüpfen und funktionierende Mobilitätsketten zu schaffen.

Damit sollen die Fahrgäste nicht nur möglichst schnell, sondern auch zuverlässig, komfortabel und preisgünstig an ihr Ziel gelangen. Am Kölner Hauptbahnhof zum Beispiel sind die Voraussetzungen für einen sinnvollen Mobilitäts-Mix bereits geschaffen. Dort stehen nicht nur Regionalzüge, S-Bahnen, Busse und U-Bahnen bereit, die Reisenden haben am Hauptbahnhof zudem die Möglichkeit, Carsharing zu nutzen oder sich ein Fahrrad zu leihen. Neben den Angeboten "Flinkster" und "Call A Bike" der Deutschen Bahn haben sich in der Domstadt weitere Anbieter etablieren können.

Branche arbeitet zusammen

Steigende Fahrgastzahlen sowie die Schaffung sinnvoller Mobilitätsketten sind nur zwei von vielen weiteren Herausforderungen, denen sich die Nahverkehrsbranche künftig stellen will. "Mit den anderen Playern arbeiten wir Hand in Hand, um die Zukunft des Nahverkehrs in Nordrhein-Westfalen gemeinsam zu gestalten", sagt Heinrich Brüggemann, Vorsitzender der Geschäftsleitung von DB Regio NRW. So werden bereits heute zwischen den Verkehrsunternehmen Synergien und Kooperationen geschaffen. Ein Beispiel: Im vergangenen Jahr beauftragte das Verkehrsunternehmen National Express die DB-Tochter mit der Instandhaltung von 35 Triebfahrzeugen.